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بسم الله الرحمن الرحيم

 Schiefe Modelle hinkender Regime zur Verblendung der Muslime und Verzerrung des Islambildes

“Von Erdogan zum IS“

Ustāaǧrī Saʿīd – Wilāya Jemen

Unwissenheit ist verheerend und unaufhaltsam ereignen sich die Katastrophen, wenn Narren die Verantwortung über die Menschen übernehmen, ob im Bereich Wissen (ʿilm) und im Erläutern der islamischen Gesetze oder in der Betreuung der Angelegenheiten der Menschen. Das bestätigt uns der folgende ḥadīṯ des Gesandten (s: «سيأتي على الناس سنوات خدّاعات يصدق فيها الكاذب، ويكذب فيها الصّادق، ويؤتمن فيها الخائن، ويخون فيها الأمين، وينطق فيها الرّويبضة، قيل: يا رسول الله وما الرّويبضة؟ قال: التّافه ينطق بأمر العامّة»„Trügerische Jahre werden über die Menschen hereinbrechen. Dem Lügner wird man glauben und den Ehrlichen der Lüge bezichtigen. Dem Verräter wird man trauen und den Vertrauenswürdigen zum Verräter erklären. Und die ruwaibiḍa werden das Wort haben. Dann wurde gefragt: „O Gesandter Allahs, wer sind die ruwaibiḍa?“ Er (s) antwortete: „Der dummdreiste Narr, der sich zu den Angelegenheiten der Allgemeinheit äußert.““

Der ḥadīṯ setzt uns demnach darüber in Kenntnis, dass die ruwaibiḍāt einmal die Bühne betreten werden, um die Interessen der Menschen wahrzunehmen und die Herrschaft zu übernehmen. Sie werden das Wort haben bei Beschlüssen und im Namen der Allgemeinheit sprechen. Wie aber haben es jene einfältigen Tore auf diese Stufe geschafft, im Namen der Allgemeinheit zu sprechen? Und wie konnten sie in diese Position aufsteigen? Hat die Umma sie dazu ermächtigt, in ihrem Namen zu sprechen? Hat die Umma sie damit betraut, zu regieren und ihre Interessen wahrzunehmen? Die Antwort darauf lautet definitiv: Nein!

Diese ruwaibiḍāt wurden konstruiert und in die jeweiligen Positionen hineingehievt von einem Konstrukteur, der der Feind der Umma ist. Jawohl, seit nunmehr hundert Jahren arbeitet der Westen unermüdlich daran, solche ruwaibiḍāt als Regenten über die Köpfe der Muslime zu installieren und sie zu Führungsfiguren aufzubauen. Den Anfang machten die Briten mit Mustafa Kemal (möge Allah ihm geben, was er verdient), der von ihnen zu einer Führungsfigur der Umma aufgebaut wurde, der eigentlich Jude war und dem der Islam und die Muslime verhasst waren. Sie brachten die Muslime dazu, ihn zu glorifizieren, ihm den Titel „Ghazi“ (der Eroberer) zu verleihen und ihn mit dem Führer Khālid bin Walīd (ra) gleichzusetzen.Und als die Sache einen günstigen Verlauf für nahm, stieß er dem Islam einen Dolch in den Rücken, als er das Kalifat abschaffte, die šarīʿa außer Kraft setzte und die Umma in Stücke riss.

Dann kreierte Amerika der Umma und den arabischen Völkern im Besonderen eine neue Führungsfigur im Namen des arabischen Nationalismus. Es war Ğamāl ʿAbdunnāir. Sie verpassten ihm das Image des legendären, beispiellosen Führers, der die Kolonialherren hinausjagen, die Einheit der Umma wiederherstellen und Palästina mit den heiligen Stätten befreien würde. Doch dann wendete auch er sich – ganz nach dem Vorbild Mustafa Kemals – gegen den Islam und ging gegen die Träger der daʿwa zum Islam vor. Er zementierte den Kolonialismus noch weiter und verankerte dessen Kultur (ṯaqāfa) und Systeme in die islamischen Ländern.

Doch die leeren floskelhaften Rufe, wie „Sozialismus“, „Nationalismus“ und „Patriotismus“, die für die Umma Fremdwörter waren, sind längst verklungen. Doch - Allah sei gepriesen - die Masken der Vertreter solcher Ideen sind gefallen. Die Umma hat die Resultate dieser künstlich geschaffenen Figuren schmerzhaft zu spüren bekommen, nachdem sie in deren Gegenwart die Teilung und Zerstückelung der Länder mitmachen und die geplünderten Reichtümer und den Verlust der Heiligtümer hinnehmen musste.

In der Umma breitete sich alsbald eine politisch-islamische Richtung aus, die sich zum allgemeinen Meinungsbild entwickelte und eine wichtige Rolle beim Mobilisieren und Anführen der Massen spielte. Nachdem diese Ausrichtung in der Umma die Dominierende wurde, nützte es dem Westen nichts mehr, die Führungs- und Herrscherfiguren der Umma auf die selbe Art und mit den selben Slogans aufzubauen, mit denen er in der Vergangenheit erfolgreich war, als er etwa einen Mustafa Kemal oder einen Ğamāl ʿAbdunnāir und andere Figuren erschuf.

Die Umma hungert nach ihrer eigenen Glaubensordnung und nach der Gesetzgebung ihres Herrn. Sie sehnt sich nach deren Umsetzung im Hier und Jetzt. Sie sehnt sich danach, die derzeit auf sie angewandten Systeme abzuschütteln, die nicht ihrer eigenen Glaubensüberzeugung entspringen, besonders nachdem sie realisiert hat, dass ihre Regenten nichts anderes sind als Marionetten des Westens, die sich nach Anweisung des Westens bewegen. Der Umma ist klargeworden, was in Wahrheit hinter dem US-geführten internationalen Kampf gegen den sogenannten Terrorismus steckt, nämlich der Islam. Jawohl, der „Terrorismus“, den die USA im Visier haben, ist der Islam, dessen Rückkehr sie fürchten.

Für die Umma ist offensichtlich geworden, dass der Grund für ihre Rückständigkeit in der Vernachlässigung der Gesetzgebung Allahs liegt. Doch nachdem aus der Umma Leute hervorgegangen sind, die für die Wiederherstellung der Herrschaft, mit dem, was Allah herabgesandt hat, arbeiten und nachdem die daʿwa zur Implementierung der šarīʿa zu einer Massenforderung der Umma geworden war, machten sich die Islamfeinde, allen voran die USA, an der Entwicklung zweier Gegenentwürfe - einer schlimmer als der andere. Der eine ist das „Modell Erdogan“, der andere das „Modell IS“. „IS“ sollte das Bild des islamischen Staates und das des Islam verzerren und ihn als eine mörderische, blutrünstige Religion darstellen, die darüber hinaus Frauen der Versklavung preisgibt.

Diese Organisation (IS) hat, was ʿaqīda-Fragen betrifft, Zwietracht (fitna) unter den Muslimen verursacht. Wer nicht ihrer Ansicht ist, selbst in ẓannī-Angelegenheiten, wer ihr nicht den Treueschwur leistet, wer ihre Überheblichkeit und ihre ungerechte Herrschaft anprangert und wer nicht an ihrer Seite kämpft, der wird getötet.

Daraufhin fielen die Feinde der Umma über sie her. Sie zerstörten Wohnstätten und töteten Frauen und Kinder, unter dem Vorwand, einen Kampf gegen den IS zu führen, der ja ein Produkt des Westens ist, um das Bild des Islam zu entstellen. Der Westen will den Muslimen damit sagen: So sieht die Implementierung der šarīʿa aus, nach der ihr ruft und das ist der Staat des Islam, nach dem ihr strebt. Was habt ihr davon gehabt, außer Tod und Verderben, verwüstete Städte, Moscheen und Häusern. Es wurde zwischen alten und neuen Städten nicht unterschieden, sei es im Irak oder in Syrien.

Doch die Umma hat sich mitnichten von dieser Organisation und deren Staat täuschen lassen. Die Ideen des Islam sind tief im Innern der Söhne und Töchter dieser Umma verankert, auch wenn sie den islamischen Staat, der den Islam ganz nach dem Beispiel des Gesandten (s) und der rechtgeleiteten Kalifen und deren Nachfolgern zur Anwendung bringt, nicht selbst erlebt haben. Jedoch haben sie die Methode der Umsetzung des Islam erkannt ebenso wie die Methode zur Wahrnehmung der Interessen, besonders, nachdem sich in der Umma Leute hervorgetan haben, die sich mittels der Ideologie des Islam um die geistige Erhebung dieser Umma bemühen. Sie skizzierten der Umma die Institutionen des Kalifatsstaates, dessen Systeme und die Methode der Umsetzung dieser Systeme. So manifestierte sich der erstrebte Staat in den Herzen und Köpfen der Muslime.

Was nun das „Modell Erdogan“ betrifft: Damit ist das Experiment in der Türkei unter Führung des derzeitigen Präsidenten Rejep Tayyip Erdogan gemeint – dem ruwaibiḍa und Götzen unserer Gegenwart. Dieses Modell suggeriert der breiten Masse, dass islamische Rufe und Symbole hochgehalten werden, die aber nicht mehr sind als Leuchtplakate, mit denen oberflächlich denkende Menschen getäuscht werden. Dieses „Modell Erdogan“ ist darauf ausgerichtet, den Islam als Herrschaftssystem zu verfälschen und ihn seines politischen und wirtschaftlichen Inhalts zu berauben. Dieses Modell steht auf zwei Pfeilern:

Der erste Pfeiler: Den Islam unter dem Namen „Modernisierung“ zu verwässern und unter dem Label „moderater (d.h. demokratischer) Islam“ seines eigentlichen Inhalts zu berauben.

Der zweite Pfeiler: Den Laizismus zu islamisieren und ihn so erscheinen zu lassen, als würde er dem Islam nicht widersprechen.

Das offenbarte Erdogan in einem Interview im März diesen Jahres (2018) selbst „ Es ist notwendig, den Islam zu modernisieren. Der Islam kann unmöglich durch Gesetze implementiert werden, die von vor vierzehn Jahrhunderten stammen. Die Implementierung des Islam ändert sich nach Zeit und Ort.“

Diese Verlautbarung von ihm überrascht nicht. Denn Erdogan ist Tag und Nacht damit beschäftigt und mobilisiert all seine Kräfte dafür, jene zu bekämpfen, die in aš-Šām den Islam als Überzeugung tragen. Er lässt es zu, dass sie vor den Grenzen seines Staates an Kälte, Hunger und Durst sterben - falls sie nicht durch die Kugeln türkischer Grenzsoldaten ums Leben kommen.

Mit diesem Geständnis degradiert Erdogan die islamischen Rechtsquellen zu einer saisonalen Sache, die abhängig ist von unterschiedliche Zeiten. Er liest den Islam und dessen Regeln neu, sodass sie mit der westlichen Kultur, die der die Umma und deren Werten fremd sind, konform gehen. Es ist eine Lesart, die den Interessen Amerikas nicht widerspricht. Als wenn eine Verfassung, die vom Schöpfer der Menschen an die Menschen gesandt wurde, einer Revision bedürfte, mit dem Vorwand, dass Zeiten sich ändern. Gleichzeitig jedoch wagt er sich nicht daran, die von den Briten entworfene und mit Atatürks Hand niedergeschriebene Verfassung, anzutasten, mit der die heutige Türkei noch immer regiert wird. Und als wenn Erdogan nicht wüsste, dass die Gesetze des Islam unveränderlich sind und weder einer Modifizierung noch einer Novellierung bedürfen. Denn sie stellen Lösungen dar für die Probleme des Menschen. Sie bergen in sich einen ganzheitlichen, universellen Charakter. Die Gesetze des Koran und der Sunna des Propheten, mit denen die Menschen vierzehn Jahrhunderte lang regierten, sind geeignet, sie auch weiterhin zu regieren, bis Allah die Erde und deren Bewohner zu Sich nimmt.

Mit der oben erwähnten Aussage Erdogans und anderen Äußerungen stellen wir fest, dass Erdogan stets bestrebt ist, den Laizismus, an dem sich die Menschen in der Türkei seit 1924 die Hände verbrennen, zu islamisieren Der Laizismus hat Zerstörung gebracht, als er die Erscheinungsformen des dīn, der islamischen Glaubensordnung, aus sämtlichen Bereichen des Lebens eliminierte und keinerlei Religiosität akzeptierte, nicht einmal auf individueller Ebene. Laizismus in seiner religionsfeindlichen Wirklichkeit ist ein Synonym für Atheismus. Er verleugnet die Religion als Ganzes. Die Islamfeindlichkeit ist sichtbar und offenkundig. Die türkische Bevölkerung und andere haben dies als offensichtlichen Feind auch angesehen. Nun aber wollen die USA über den Weg ihres Vasallen Erdogan, einen noch perfideren und hinterhältigeren Laizismus herausbringen. Sie wollen einen Laizismus erschaffen, der im Gewand des Islam daherkommt, einer, der die islamischen Gefühle durchaus akzeptiert - im islamisch-persönlichen Verhalten, jedoch fern vom Staat und dessen Institutionen. Es wäre ein Laizismus, der die persönliche Religiosität anerkennt, um dem Individuum ein kleines Ventil für islamische Gefühle zu lassen, jedoch nur in den Belangen des individuellen Lebens. In Staat und Gesellschaft hingegen, soll der pure Laizismus herrschen. Doch beide Ausführungen des Laizismus – sowohl der „islamische“ als auch der Laizismus in Reinform – bedeuten eine Vergöttlichung des Menschen und erheben ihn zum Gesetzgeber, der Gesetze macht und darüber bestimmt, was ḫalāl und was ḫarām ist. Dieses Verständnis stellt einen diametralen Widerspruch zum Koran dar. Denn Allah (t) hat deutlich dargelegt, dass Er der Gesetzgeber ist und darüber bestimmt, was ḫalāl und was ḫarām ist, indem Er sagt: ﴿إِنِ ٱلحُكمُ إِلَّا لِلَّهِ أَمَرَ أَلَّا تَعبُدُواْ إِلَّا إِيَّاهُ ذَٰلِكَ ٱلدِّينُ ٱلقَيِّمُ وَلَٰكِنَّ أَكثَرَ ٱلنَّاسِ لَا يَعلَمُونَ„Die Herrschaft ist allein Allahs. Er hat befohlen, dass ihr nur Ihm dienen sollt. Das ist die richtige Religion. Aber die meisten Menschen (es) wissen nicht.“(12:40)

Man sollte erwähnen, dass die Planung und Konstruktion des Erdogan’schen Modells auf den Empfehlungen der Institute und Think Tanks beruhen, die sich mit dem Nahen Osten befassen, wie die „Rand Corporation“. Die meisten ihrer Studien legen nahe, islamisch-moderate Gruppierungen, die die internationale Ordnung und den westlichen „Way of life“ anerkennen, zu fördern. Sie rieten auch dazu, solchen Gruppierungen zur Macht zu verhelfen, wenn diese sich zur demokratischen Ordnung bekennen, die die Trennung von Religion von Politik vorsieht. Mit Erdogan und seiner Partei wähnte sich der Westen schließlich am Ziel seiner Suche. Sie unterstützten ihn dabei, die Macht zu ergreifen, während er den Islam als Etikett trug. So sollte er zu einem leuchtenden Vorbild für jede islamische Bewegung werden, die es ihm gleichmachen will bzw. einen Islam mit demokratischem Anstrich regieren lassen will – sowohl in der Exekutive als auch in der Legislative sowie kapitalistisch in Wirtschaft und Eigentum und in den Methoden des Eigentumserwerbs. Es soll ein Islam sein, der auf den westlichen Grundfreiheiten beruht, was die Menschenrechte und die Rechte der Frau betrifft. Sie verpassten ihm den Namen „moderater Islam“, ein Islam also, der vom Islam geleert und mit Ideen des Unglaubens gefüllt wurde. Es ist ein Islam, der das Volk zum Souverän erklärt und die Umsetzung der šarīʿa als Gesetz und Verfassung untersagt, ein Islam, der die Einhaltung der Gesetze des Islam auf die individuelle Ebene beschränkt und das auch nur aus der Warte heraus, die persönliche Freiheit des Einzelnen zu wahren, nicht weil es das Recht Allahs ist. Kann bei diesem offensichtlichen Kufr noch die Rede von einem Islam sein?!

Doch der Maßstab, mit dem die Regentschaft Erdogans gemessen werden muss, ist nicht das Wirtschaftswachstum oder der Lebensstandard, den er seinem Volk ermöglichte oder inwieweit er persönlich den Islam praktiziert oder seine Frau ihre Haare mit einem Tuch bedeckt (wobei der Rest des Körpers nicht korrekt bedeckt ist). Wir vergleichen ihn auch nicht mit anderen ruwaibiḍāt, die mit eiserner Hand über die Muslime herrschen. Wir haben die Pflicht, ihn mit dem Maßstab des šarʿ, des islamischen Rechts, zu messen. Jeder Herrscher, der sich zwar streng an die Gebote und Verbote Allahs hält, was sein eigenes, persönliches Verhalten hält, dies jedoch in der Herrschaftsausübung nicht tut, dem und seinesgleichen droht Allah mit harter Strafe am Tage der Abrechnung. Man sollte also genau reflektieren, welche Verantwortung Allah (t) einem Regenten auferlegt hat und welche Strafe ihm droht, sollte er dieser Verantwortung nicht nachkommen.

Die Geschichte des Propheten Dāwūd (as) bietet uns das beste Beispiel dafür, obwohl es sich um einen Propheten handelt. Und dabei gilt ein Prophet als der vortrefflichste Diener Allahs, ob im Fasten, im qiyām, im ikr oder im Verrichten guter Taten: ﴿وَٱذكُر عَبدَنَا دَاوُۥدَ ذَا ٱلأَيدِ إِنَّهُۥٓ أَوَّابٌ إِنَّا سَخَّرنَا ٱلجِبَالَ مَعَهُۥ يُسَبِّحنَ بِٱلعَشِيِّ وَٱلإِشرَاقِ„Und gedenke Unseres Dieners Dāwūd, des Kraftvollen. Gewiss, er war gehorsam. Wir machten (ihm) die Berge dienstbar, um mit ihm am Abend und beim Sonnenaufgang (Allah) zu preisen. (38:17-18)

So sagte der Gesandte Muhammad (s) über ihn : «أحبّ الصّلاة إلى الله صلاة داود، وأحبّ الصّيام إلى الله صيام داود»„Das liebste Gebet ist für Allah das Gebet Dāwūds, und das liebste Fasten ist für Allah ist das Fasten Dāwūds.“

Und der Prophet Dāwūd war muǧāhid und Kämpfer und hat darüber hinaus die Vorbereitungen für die muǧāhidūn getroffen:﴿وَقَتَلَ دَاوُۥدُ جَالُوتَ„...und Dāwūd tötete Ğālūt.“ (2:251) ﴿وَأَلَنَّا لَهُ ٱلحَدِيدَ أَنِ ٱعمَل سَٰبِغَٰت وَقَدِّر فِي ٱلسَّردِ„Und wir machten für ihn das Eisen geschmeidig. (Und Wir sprachen): Fertige Panzergewänder an und füge im richtigen Maß die Panzermaschen fein ineinander.“ (34:10-11)

Und er hatte eine solch melodische Stimme, wenn er Allah lobpreiste, die angesichts der Schönheit dieser Stimme sogar die Vögel am Himmel innehalten ließ. Der Prophet Muhammad (s) sprach einmal zu einem Mann, der mit ergreifender Stimme den Koran rezitierte: «لقد أوتيت مزمارًا من مزامير داود»„Dir wurde ein Instrument von den Instrumenten Dawūds gegeben.“

All diese großartigen Eigenschaften waren in der Person des Propheten Dāwūd vereint. Doch als Allah ihm die Führung übertrug und er herrschen sollte, drohte Allah ihm und warnte ihn, sollte er nicht mit dem ḥaqq (šarʿ) regieren. Allah würde ihn mit heftiger Strafe belegen. Sein persönliches tugendhaftes Verhalten hätte dann keinerlei Wert mehr. Und wenn er nicht nach dem ḥaqq regieren sollte, so würde er damit vom Pfad Allahs abgeirrt sein und den Tag der Abrechnung vergessen haben. So sagt Allah, der Erhabene zu ihm: ﴿وَٱذكُر عَبدَنَا دَاوُۥدَ ذَا ٱلأَيدِ إِنَّهُۥٓ أَوَّابٌ إِنَّا سَخَّرنَا ٱلجِبَالَ مَعَهُۥ يُسَبِّحنَ بِٱلعَشِيِّ وَٱلإِشرَاقِ وَٱلطَّيرَ مَحشُورَة كُلّ" لَّهُۥٓ أَوَّاب وَشَدَدنَا مُلكَهُۥ وَءَاتَينَٰهُ ٱلحِكمَةَ وَفَصلَ ٱلخِطَابِ„Und gedenke Unseres Dieners Dāwūd, des Kraftvollen. Gewiss, er war gehorsam. Wir machten (ihm) die Berge dienstbar, um mit ihm am Abend und beim Sonnenaufgang (Allah) zu preisen, und auch die (in Scharen) versammelten Vögel. Alle waren ihm gehorsam. Und Wir festigten seine Herrschaft und gaben ihm die Weisheit und die Entschiedenheit im Spruch.“ (38:17-20)

Bis Er zu ihm sagt:﴿يَٰدَاوُۥدُ إِنَّا جَعَلنَٰكَ خَلِيفَة فِي ٱلأَرضِ فَٱحكُم بَينَ ٱلنَّاسِ بِٱلحَقِّ وَلَا تَتَّبِعِ ٱلهَوَىٰ فَيُضِلَّكَ عَن سَبِيلِ ٱللَّهِ إِنَّ ٱلَّذِينَ يَضِلُّونَ عَن سَبِيلِ ٱللَّهِ لَهُم عَذَاب شَدِيدُ بِمَا نَسُواْ يَومَ ٱلحِسَابِ„O Dāwūd, Wir haben dich zu einem Nachfolger auf der Erde gemacht. So richte zwischen den Menschen der Wahrheit entsprechend und folge nicht der Neigung, auf dass du dich nicht von Allahs Weg abirren lässt, denn für diejenigen, die von Allahs Weg abirren, wird es strenge Strafe dafür geben, dass sie den Tag der Abrechnung vergessen haben.“ (38:26)

Das bloße Nicht-Regieren mit der Wahrheit, die ihm offenbart wurde, hätte also das Folgen der Neigungen bedeutet und ein Abirren vom Pfad Allahs. So wäre eine harte Strafe die Folge gewesen und wäre einem Vergessen des Tages der Abrechnung gleichgekommen. Dieses Unheil würde jeden heimsuchen, der nicht nach der herabgesandten Wahrheit (ḥaqq) regiert, auch wenn diese Person die höchsten Tugenden in sich vereinen sollte!

Daher ist der entscheidende Maßstab nicht, dass der Präsident die Wirtschaft, die auf dem kapitalistischen System beruht, in seinem Land vorangetrieben hat oder dass er auf Behördenebene erfolgreich war und saubere Hände behielt (ohne Korruption) und dass der Islam in der Verwaltung eine marginale Rolle hatte. Entscheidend ist, dass er nach dem regiert, was Allah an Offenbarung herabgesandt hat. Andernfalls entspricht er der Beschreibung Allahs über denjenigen, der eben nicht nach dem regiert, was Allah herabgesandt hat: Derjenige gilt entweder als kāfir (ungläubig), als ālim (ungerecht) oder als fāsiq (sündhaft).

Als Allah (t) seinem Gesandten (s) befahl, nach dem zu regieren, was Allah herabgesandt hat, so hat Er ihm befohlen, in allem, nach dem zu regieren, was Er offenbart hat. Und Er warnte ihn gleichzeitig davor, sich durch die Kuffar von einem Teil der Offenbarung abbringen zu lassen, auch wenn es sich nur um ein einziges Gesetz handeln sollte. Denn Allah (t) sagt: ﴿وَأَنِ ٱحكُم بَينَهُم بِمَا أَنزَلَ ٱللَّهُ وَلَا تَتَّبِع أَهوَاءَهُم وَٱحذَرهُم أَن يَفتِنُوكَ عَن بَعضِ مَا أَنزَلَ ٱللَّهُ إِلَيكَ فَإِن تَوَلَّواْ فَٱعلَم أَنَّمَا يُرِيدُ ٱللَّهُ أَن يُصِيبَهُم بِبَعضِ ذُنُوبِهِم وَإِنَّ كَثِيرا مِّنَ ٱلنَّاسِ لَفَٰسِقُونَ أَفَحُكمَ ٱلجَٰهِلِيَّةِ يَبغُونَ وَمَن أَحسَنُ مِنَ ٱللَّهِ حُكما لِّقَوم يُوقِنُونَ„Und so richte zwischen ihnen nach dem, was Allah herabgesandt hat, und folge nicht ihren Neigungen, sondern sieh dich vor ihnen vor, dass sie dich nicht der Versuchung aussetzen (abzuweichen) von einem Teil dessen, was Allah zu dir haerabgesandt hat! Doch wenn sie sich abkehren, so wisse, dass Allah sie für einen Teil ihrer Sünden treffen will. Viele von den Menschen sind fürwahr Frevler. Begehren sie etwa die Herrschaft der Unwissenheit? Wer kann denn besser walten als Allah für Leute, die (in ihrem Glauben) überzeugt sind?“ (5:49-50)

Wie verhält es sich dann erst im Falle Erdogans, der den Islam gänzlich aus den Regierungsangelegenheiten verbannt und ihn dort komplett durch Kufr-Gesetze ersetzt hat. Das eigentliche Problem ist jedoch nicht Erdogan selbst, sondern jene, die ihm folgen oder folgen werden, was sein krudes Verständnis betrifft, das fern jeder Geradlinigkeit ist, wie es nach dem Plane des Prophetentums sein sollte. Diese Leute gehen nach dem schiefen Verständnis Erdogans. Genau aus ihnen schöpft Erdogan seine Fähigkeit, diese Mission zu erfüllen, die darin besteht, die Menschen vom dīn abzubringen.

Er ist wie ein erfolgreicher Ökonom, der alles erdenkliche für den wirtschaftlichen Aufschwung seines Landes tut, selbst wenn es hieß, mit George W. Bush um die Beteiligung am US-Krieg gegen den Irak zu verhandeln und zweiundsechzig Tausend US-Kämpfern die Stationierung auf seinem Territorium zu erlauben. Er ist jemand, der in der Frage um Palästina feilscht und normale diplomatische Beziehungen von höchster Brisanz mit dem Zionistenstaat pflegt, zu diesem Handelsbeziehungen unterhält und geheimdienstliche Informationen mit ihm austauscht, das jährlich intensiver wird. Kein Krieg, den der Zionistenstaat gegen die Umma führt, berührt ihn. Er ist jemand, der den Russen und Amerikanern die Nutzung der Militärbasis Incirlik erlaubt, damit sie von dort aus ihre Angriffe gegen die Muslime in aš-Šam fliegen, jemand, der den Juden die Böden seines Landes verpachtet, damit sie dort investieren können. Er ist jemand, der Diskotheken und Bordelle erlaubt und es zulässt, dass Homosexuelle und Prostituierte auf den Straßen, die einst von Muhammad al-Fatih eröffnet wurden, für ihr Tun werben. Erdogan ist wie der Kredithai, der, wenn man ihn mit einem Drogendealer gleichsetzen würde, entgegnen würde, immer noch besser zu sein als jener Dealer. Wenigstens handele er nicht mit Drogen. So wäre es also kein Problem. Verglichen mit einem Drogenhändler sei er ja der Bessere.

Jawohl, die Maßstäbe unserer islamischen Umma sind erhabener und detaillierter als das. Unser Maßstab ist šarʿ Allāh (das Recht Allahs). Wenn wir demzufolge einen laizistischen Regenten wie Erdogan bewerten wollen, der Tag und Nacht für den Laizismus wirbt, so ist er nach Bemessung des šarʿ eine gefallene Person ohne Wert.

Das Résumé ist also: Weder das „Modell IS“ noch das „Modell Erdogan“ lösen die Probleme der Muslime. Der einzige Ausweg für die Muslime und für alle Menschen auf Erden, ist, dass das System auf sie angewendet wird, das ihr Schöpfer herabgesandt hat. Er allein weiß, was gut ist in den Angelegenheiten ihres Lebens. Allah (t) sagt: ﴿أَلَا يَعلَمُ مَن خَلَقَ وَهُوَ ٱللَّطِيفُ ٱلخَبِيرُ„Sollte denn Derjenige, Der erschaffen hat, nicht Bescheid wissen? Und Er ist der Feinfühlige und Allkundige.“(67:14)

Es ist die einzig richtige Ordnung, die die Menschheit aus der Ungerechtigkeit des Kapitalismus und aus der Finsternis des Laizismus befreien kann, deren Probleme niemals aufhören werden. Der einzige Pfad, der dorthin führt, ist die Tätigkeit mit jenen, die sich um die Errichtung des zweiten rechtgeleiteten Kalifats bemühen, unter der Führerschaft von Hizb-ut-Tahrir. Es ist allein das Kalifat, das alle Probleme grundlegend lösen kann, so dass Schutz und Sicherheit, Ruhe, Glück und Gewissheit in der Welt dominieren werden.

Allah (t) sagt: ﴿وَعَدَ ٱللَّهُ ٱلَّذِينَ ءَامَنُواْ مِنكُم وَعَمِلُواْ ٱلصَّٰلِحَٰتِ لَيَستَخلِفَنَّهُم فِي ٱلأَرضِ كَمَا ٱستَخلَفَ ٱلَّذِينَ مِن قَبلِهِم وَلَيُمَكِّنَنَّ لَهُم دِينَهُمُ ٱلَّذِي ٱرتَضَىٰ لَهُم وَلَيُبَدِّلَنَّهُم مِّن بَعدِ خَوفِهِم أَمنا يَعبُدُونَنِي لَا يُشرِكُونَ بِي شَي‍ٔا وَمَن كَفَرَ بَعدَ ذَٰلِكَ فَأُوْلَٰئِكَ هُمُ ٱلفَٰسِقُونَ„Verheißen hat Allah denen, die von euch glauben und gute Werke tun, dass Er sie gewiss zu Nachfolgern auf Erden machen wird, wie Er jene, die vor ihnen waren, zu Nachfolgern machte; und dass Er ihnen gewiss ihre Glaubensordnung festigen wird, die Er ihnen gutgeheißen hat; und dass Er ihren Stand nach ihrer Furcht in Sicherheit verwandeln wird, auf dass sie Mich verehren und Mir nichts zur Seite stellen. Wer sich aber hernach abwendet, so sind dies die Frevler.“ (24: 55

Und es sprach der Gesandte (s): «تكون النبوة فيكم ما شاء الله أن تكون، ثم يرفعها إذا شاء أن يرفعها... ثم تكون ملكًا جبرية فتكون ما شاء الله أن تكون ثم يرفعها إذا شاء أن يرفعها، ثم تكون خلافة على منهاج النبوة ثم سكت»„Das Prophetentum wird unter euch weilen, solange Allah es weilen lässt.Dann wird Allah es aufheben, wenn Er es aufheben will (…) Sodann wird eine Gewaltherrschaft folgen. Sie wird weilen, solange Allah sie weilen lässt. Dann wird Allah sie aufheben, wenn er sie aufheben will. Sodann folgt ein Kalifat gemäß dem Plan des Prophetentums. Dann schwieg er.“ (überliefert bei al-Bazzār und aṭ-Ṭabarānī, dessen Tradenten als vertrauenswürdig gelten)

 Quelle: Magazin al-Waie, Ausgabe 385, Ṣafar 1440 n. H. (Oktober 2018 n. Chr.)

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